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Gründer-Porträt · KI & Unternehmertum

„Ich bin nicht von null gestartet, ich bin von minus gestartet"

Deniz Inan, 22, aus Neuss erzählt seinen Weg als Minus-Geschichte: vom McDonald's-Job und 8.000 Euro Kontominus zu einer nach eigener Aussage „90 % AI-driven" Agentur und einem sechsstelligen Monatsprofit. Sein Weg von „Cashflow Funnels" zur AIXP Consulting GmbH und zur Bildungsmarke „AI Money Glitch" erzählt viel darüber, wie eine neue Gründergeneration im DACH-Raum künstliche Intelligenz zum Geschäftsmodell macht.

Von Redaktion DR ≈ 5 Min. Lesezeit

Wer Deniz Inans Geschichte hören will, bekommt zuerst eine Zahl: minus 8.000 Euro. So tief, erzählt der Gründer aus Neuss in einem PR-Text vom August 2025, sei sein Konto gerutscht — nach eigener Aussage infolge eines Hackerangriffs, während er mit 17 an der McDonald's-Kasse für zehn Euro die Stunde stand und nebenbei als Barkeeper arbeitete. Es folgten, ebenfalls nach eigener Erzählung, Anläufe mit Dropshipping, Krypto und einer Social-Media-Agentur, die ihn mehr als 10.000 Euro Lehrgeld kosteten. Es ist eine Herkunftsgeschichte, wie sie die Gründerszene liebt — und Inan erzählt sie mit bemerkenswerter Konsequenz.

"Ich bin nicht von null gestartet, ich bin von minus gestartet."

Deniz Inan, PR-Echo, 24.08.2025

Die Kampagne für die Mutter

Der Wendepunkt seiner Erzählung ist zugleich ihr wärmster Moment: Ende 2022 habe er seine letzten rund 400 Euro in eine ChatGPT-gestützte Werbekampagne für die Beauty-Praxis seiner Mutter investiert — und ihr, wie es in einem im April 2026 veröffentlichten, von ihm lancierten PR-Text heißt, binnen vier Tagen rund 50 Neukunden gebracht. Aus diesem Experiment wurde ein Geschäftsmodell. Heute steht Inan als Gründer hinter der AIXP Consulting GmbH in Neuss, deren Agenturmodell er selbst als „90 % AI-driven" beschreibt: Akquise, Content, Kundenbetreuung und Automatisierung übernehmen demnach weitgehend Maschinen. Die Zielgruppe: Coaches, Influencer, Agenturen und digitale Dienstleister — Geschäftsmodelle, die sich per KI automatisieren lassen.

Die Zahlen, die Inan zu seinem Erfolg nennt, sind Eigenangaben: Rund 200.000 Euro persönlicher Monatsprofit mit 22 Jahren, heißt es in seinem PR-Text von 2025; sein Masterclass-Funnel wirbt mit „monatlich über 243.000 €, während KI 90 % der Arbeit übernimmt". Unabhängig geprüft sind diese Angaben nicht — sie zeigen aber, mit welchem Selbstverständnis hier jemand auftritt.

Vom Funnel zum „Übersetzer"

Interessant ist Inans Weg auch als Spiegel seiner Branche. Sein Instagram-Konto @inan.business lief früher unter dem Namen „Cashflow Funnels": Dort versprach er Coaches nach eigener Profilangabe 10 bis 20 High-Ticket-Kunden in 60 Tagen. Heute firmiert derselbe Account unter dem Namen seiner GmbH, das Wort „Funnel" ist dem Kürzel „AI" gewichen — und laut seiner Website ist mit der DXAI Solutions GmbH bereits die nächste Gesellschaft in Gründung. In der Szene, in der er sich bewegt, hat sich das Verkaufsargument in kurzer Zeit verschoben: Wo gestern Funnel-Mechanik im Mittelpunkt stand, steht heute das KI-Versprechen. Inan hat diesen Wandel früh mitvollzogen und positioniert sich als eine Art Übersetzer zwischen KI und Alltag. Sein Argument ist nicht Motivation, sondern Methode:

"Viele Menschen scheitern nicht, weil sie nicht motiviert genug sind, sondern weil ihnen ein funktionierendes System fehlt. Genau diese Systeme stellen wir bereit"

Deniz Inan, finanznachrichten.de, 07.04.2026

KI für die Masse

Neben dem Consulting betreibt Inan mit „AI Money Glitch" eine Bildungs- und Community-Marke für KI-Einsteiger; auf der Plattform Whop wird die „AI Money Glitch Testgruppe 2.0" angeboten (Bewertung dort: 4,2 von 5 Sternen, Stand: August 2026). Auf YouTube (@inanaixp) und Instagram — sein Profil @inan.life zählt rund 25.000 Follower — verbreitet er seine erklärte Mission: KI „der Masse zugänglich machen". Langfristig, sagt er, plane er eine „AI University" mit praxisnahen, günstigen Kursen.

"Ich will, dass jeder – ohne Kapital, ohne Skills, sogar anonym – mit KI starten kann."

Deniz Inan, PR-Echo, 24.08.2025

Was von diesem Porträt bleibt, ist das Bild eines Gründers, der seine Geschichte so systematisch erzählt, wie er nach eigener Darstellung sein Geschäft betreibt: vom Minus zur Maschine, von der Kasse zur KI. Und der dabei die These vertritt, an der sich seine Generation gerade abarbeitet — dass am Ende nicht die Motivation entscheidet, sondern das System.

Transparenz: Dieses Porträt basiert auf öffentlichen Quellen — Deniz Inans Website, seinen Profilen sowie von ihm veröffentlichten bzw. lancierten PR-Texten (PR-Echo 24.08.2025, finanznachrichten.de 07.04.2026). Umsatz-, Gewinn- und Erfolgsangaben sind durchgehend Eigenangaben des Porträtierten und nicht unabhängig geprüft. Zwischen dem Herausgeber dieser Publikation und dem Porträtierten bestehen geschäftliche Beziehungen. Redaktion DR ist eine Publikation von nextCore Technologies.